Fachstelle Extremismus und Psychologie
Psychologisch-Therapeutisches Netzwerk

Bundesweite Aktivitäten bis 2019 - ein Überblick

Deutscher Präventionstag

In den Jahren 2018 und 2019 waren wir mit Vorträgen am „Deutschen Präventionstag“ beteiligt; 2019 im Rahmen des Panels „Demokratie leben!“ unter dem Titel „Qualifikationsprofile: Anforderungen und Spannungsfelder“. Die Vorträge der Jahre 2018 und 2019 sind in zwei Buchpublikationen eingeflossen:

  • Sischka, K. (2019): Psychotherapeutische Beiträge zur Extremismus-Prävention. Erfahrungen, Grundlagen und Kooperationsmöglichkeiten. In: Erich Marks (Hrsg.): Gewalt und Radikalität - Ausgewählte Beiträge des 23. Deutschen Präventionstages am 11. und 12. Juni 2018 in Dresden, Forum Verlag Godesberg GmbH 2019, Seite 375.
  • Sischka, J. (2020, im Erscheinen): „Professionell arbeiten unter extrem(istisch)en Bedingungen“, in: Ausgewählte Beiträge des 24. Deutschen Präventionstages.

Psychotherapeutische Fachgesellschaften

Weitere Vorträge fanden 2018 und 2019 bei psychotherapeutischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden statt, sodass wir mit unserer Arbeit die Brücke in unsere eigene Profession schlagen konnten. Auch hier sind teilweise Publikationen entstanden.

So waren Angelika Ebrecht-Laermann und Kerstin Sischka im Juni 2018 zur 11. Tagung des Bundesverbandes Psychoanalytische Familien- und Sozialtherapie (BvPPF) mit dem Titel „Unruhe in Familien: Globalisierung – Digitalisierung – Medikalisierung – Radikalisierung“ eingeladen, die in Kooperation mit der Sektion Familientherapie am Horst-Eberhard-Richter-Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Gießen e.V. und dem Bereich Familien- und Kinderpsychosomatik der Universitäts-Kinderklinik Gießen stattfand. Wir waren auf der Tagung mit zwei Teilvorträgen zu dem Thema „Schwierigkeiten und Chancen in der Arbeit mit extremistischen Gewalttätern und ihren Familien“ vertreten. Daraus sind zwei Fachartikel entstanden:

  • Ebrecht-Laermann, Angelika (2019): Die illusionierende Normalisierung von Destruktivität. Zur Abwehr von Gefährlichkeitsvorstellungen in der Arbeit mit extremistischen Gewalttätern, in: „Psychoanalytische Familientherapie“, 20. Jahrgang, Nr. 39, 2019, Heft II, S. 97-112
  • Sischka, Kerstin (2019): Ist eine Deradikalisierung möglich? Eine sozialpsychologisch-psychoanalytische Perspektive auf Jugendliche und ihre Familien im Bann des dschihadistischen Terrorismus, in: „Psychoanalytische Familientherapie“, 20. Jahrgang, Nr. 39, 2019, Heft II, S. 69-96

Im September 2018 waren wir auf der 69. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie vertreten mit einem Vortrag zu „Psychoanalytische Perspektiven auf religiöse Radikalisierung und jihadistische Gewalt. Ein Literaturreview als Brückenschlag zwischen Psychoanalyse und Gesellschaft“. Der Vortrag wird noch zu einer Veröffentlichung aufbereitet. Die Beteiligung an der 69. DGPT-Jahrestagung setzte eine Zusammenarbeit fort, die wir bereits seit 2016 begonnen hatten: 2016 hielt Angelika Ebrecht-Laermann einen Vortrag. Dieser erschien dann im folgenden Tagungsband:

  • Ebrecht-Laermann, Angelika (2017): „Analyse im Extrem. Transgressive Dynamiken in der Arbeit mit Menschen aus rechtsextremen und salafistischen Milieus“, unter Mitarbeit von Christoph Bialluch und Kerstin Sischka, in: Beate Unruh, Ingrid Moeslein-Teising, Susanne Walz-Pawlita (Hg.) Grenzen. Eine Publikation der DGPT. Buchreihe: Bibliothek der Psychoanalyse. Verlag: Psychosozial-Verlag, S. 250-257.

Im März 2019 hat Christoph Bialluch innerhalb der Arbeitgruppe „Psychoanalyse und Gesellschaft“, die gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT) und der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) veranstaltet wird, den Vortrag „Von milden und grausamen Autoritäten“ zur Deradikalisierungsarbeit mit jungen Männern gehalten.

Im Mai 2019 waren wir an der Frühjahrstagung der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV), die unter dem Titel „Gegenwart des Unheimlichen – unheimliche Gegenwart. Klinische, ästhetische und gesellschaftliche Perspektiven 100 Jahre nach Freud“ in Bremen stattfand, mit einer professionsinternen Arbeitsgruppe zum Thema „Unheimliche Übertragung und Gegenübertragung bei der Arbeit mit extremistischen Gewalttätern“ beteiligt. Diese wurde von Angelika Ebrecht-Laermann moderiert und bestand aus zwei Vorträgen:Christoph Bialluch: „Erwacht aus einem Albtraum? - Von der Arbeit mit einem Mann, der mehrere Jahre einer salafistischen Gruppe anhing“ und Peter Möhring „Annäherung an Radikalität: Unheimlich, unangenehm, heimlich?“

Eine weitere öffentliche Veranstaltung fand im Juni 2019 statt. Hier waren Christoph Bialluch, Angelika Ebrecht-Laermann, Claudia Lozano und Kerstin Sischka an der „Langen Nacht der Psychoanalyse“, einem Kooperationsprojekt der Berliner psychoanalytischen Institute mit einem Diskussionsforum unter dem Titel „Über die Arbeit mit (ehemaligen) Mitgliedern extremistischer Gruppen und mit ihren Familien“ beteiligt.