Fachstelle Extremismus und Psychologie
Psychologisch-Therapeutisches Netzwerk

Psychotherapeutische Hilfen für Familienangehörige im Extremismuskontext

Wenn junge Menschen sich radikalisieren und eine extremistische Karrieren einschlagen, sind die Familienangehörigen - Eltern, Geschwister und andere Verwandte - immer auch mitbetroffen. Im Vordergrund steht oft die Angst um den Sohn oder die Tochter, das Gefühl, hilflos und allein gelassen zu sein oder auch Schuldgefühle. Nicht selten kommt es zu Krisen in der Familie, Konflikte eskalieren und es stellt sich ein Gefühl der Ausweglosigkeit ein.

Bislang sind psychotherapeutische Angebote für Familienangehörige nicht mit der Präventions- und Deradikalisierungspraxis verknüpft bzw. in diese integriert. In Berlin unterbreiten wir daher ein psychotherapeutisches Beratungs- und Unterstützungsangebot. Familienangehörige  - z.B. Eltern, Lebenspartner, Geschwister - können uns kontaktieren, wenn sie sich  durch die familiäre Situation mit dem radikalisierten oder gefährdeten Angehörigen belastet fühlen und einen geschützten Rahmen suchen, um das Erlebte zu verarbeiten und nach Möglichkeiten des Umgangs mit der Situation zu suchen.

Auch in Familien, in denen sich die Söhne, Töchter oder Lebenspartner einer extremistischen oder terroristischen Gruppe angeschlossen haben, bleiben die Angehörigen oft ein wichtiger Bezugspunkt - trotz der Krise oder des zeitweiligen Kontaktabbruchs. Angehörige haben daher auch gute Möglichkeiten, einen Beitrag zur Umkehr und zur Deradikalisierung zu leisten. Neben der persönlichen Verarbeitung des Erlebten steht in unserer Beratung daher auch die Stärkung der familiären Resilienz und spezifischer Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.

Unser Angebot ist:

  • immer individuell,
  • kann eine einmalige Beratung oder längerfristige Psychotherapie sein,
  • ist immer vertraulich,
  • findet in einem geschützten Rahmen statt.


Zur Vereinbarung eines Erstgesprächs wenden Sie sich bitte an: kontakt@fep-berlin.de



Zum Lesen:

Vogel, Heiner (2018): Das Leid der Eltern – Wer hilft mir? Fachbeitrag zur psychosozialen Situation der Eltern von jungen Menschen, die in den Dschihad ausgereist sind und Unterstützungsbedarf. Auf: http://erasmus-monitor.blogspot.com/2018/05/das-leid-der-eltern-wer-hilft-mir.html, Mai 2018